Donnerstag, 18. Juli 2013

Zeitraffer

Einen Extrapost widme ich meinem kleinen großen Jungen, denn Carl hat morgen tatsächlich seinen letzten Schultag in der Grundschule.

Hab ich das genehmigt, hat mich einer gefragt? Nein! die Zeit raste und riss uns mit und 4 Jahre verflogen, in denen ein kleiner verschüchterter Zwerg, der sich nicht mal den Weg die Treppe zum Schulhof rauf traute, zum 145 langen Mr. Cool mutierte, für den es nach eigener Angabe "gar kein Problem" ist, dass morgen dieses Kapitel seines Lebens ein Ende findet

Es ist ja gut so, und diese Momente, in denen ich nicht fassen kann, wohin die Zeit gegangen ist, und Heimweh nach dem kleinen Engel habe, der so dringend meine Hand braucht, um sicher durch´s Leben zu gehen, gehören mit zum Gesamtpaket des Mama-Seins.

Und noch ist der Markt nicht gehalten, denn in dem großen Kerl steckt noch der hier, aufgenommen an seinem 10. Geburtstag im Mai, morgens beim Päckchenauspacken - also, alles im Lack!

Einerseits - andererseits


Es hat ja alles im Leben seine zwei Seiten, und die Wochen auf der Baustelle haben mich gelehrt, dass es, gerade wenn alles chaotisch scheint, einfach eine Frage der Perspektive ist, von der aus man die Dinge betrachtet, und schon macht es wieder Spaß.



 .... einerseits haben wir mit der Renovierung des Treppenhauses nicht einmal begonnen - andererseits habe ich die Zeit gehabt, die perfekte Deckenleuchte zu finden, eine ladenneue AKA aus der gewesenen DDR, außen Kupfer, innen Emaille, hier schonmal zur Probe hingehängt.



 .... einerseits ist das Bad immer noch nicht ganz fertig - andererseits kam im Schlepptau des Fliesenhelds ein Verputzer mit etwas Zeit, der sich mal eben noch des Wohnzimmers annahm und aus der Rallyestrecke einen Boden machte und dem Wohnzimmer ebenmäßige Decken und Wände verpasste, sodass wir, sobald die Dusche läuft, den Holzboden legen können.


.... einerseits ist natürlich dieses Jahr reisefrei - andererseits steht und liegt das Freibadequipment bei diesem Superwetter stets griffbereit und wer braucht Reisestress, wenn er den puren Sommer vor der Haustür findet?



.... einerseits lacht uns in der Küche immer noch Eiche brutal entgegen - andererseits bekommt man mit etwas Glück solche Herzensstücke wie diese Kobenstyle Kanne geschenkt, die das Auge gnädig von dem gestalterischen Desaster an den Wänden ablenkt (außerdem ist Omas Siematic 2000 schon am Start und wartet nur noch auf ihren großen Auftritt).

Ihr seht, wir üben uns in Geduld und arbeiten uns in kleinen Schritten voran. Ich wünsche euch wundervolle Sommertage voller Entspannung und Freude - beides zu finden, wenn man die Dinge von der anderen Seite betrachtet.








Montag, 10. Juni 2013

Au Weiher....

 ...kann man da nur sagen, denn exakt an dem Tag, an dem wir den Parkettboden ausgesucht und herbeigekarrt haben, passierte das, was man sich so wünscht, wenn man sich gerade ein Eigenheim angelacht hat:


 Der Wasserpegel stieg, und die gute Stimmung ging in den Keller, denn auch wenn der Wasserschaden natürlich mit Hilfe der Versicherung behoben wird, möchte man hinterher nicht mit 2 Sorten Fliesen dastehen (die alten sind nicht mehr zu beschaffen), stellt fest, dass bei Einbau der alten Duschabtrennung auf neue Duschtasse der geliebte Mann 20 cm oben rausschaut (denn man möchte ja nun statt Kniebrecherwanne einfach eine flache Duschtasse haben). Dazu kommt das dringende Verlangen, das olle Klo, das eh rausgerissen wird, weil der Estrich unter den Bodenfliesen sich in etwas Sandartiges verwandelt hat, pronto durch eine zeitgemäßere Schüssel zu ersetzen. Armaturen soll es auch in Schön geben, da tut man sich schwer, die Obi-Chromfoppel wiederzuverwenden.Und das sind dann halt die Pöstchen, die die Versicherung kategorisch abwinkt (seh ich ja größtenteils ein) und die halt momentan im Budget noch gar nicht eingeplant waren, sondern relativ weit unten auf der Liste der Renovierungsarbeiten warten sollten.
Ganz zu Schweigen von dem Waschtisch aus Bauholz, über den man mit Frau Hesse noch sprechen wollte.... Huhu, Steph!

Zu guter Letzt setzte der eiligst herbeigerufene Klempner noch eins drauf und broddelte was von "kein Kaltwasserzulauf am Waschbecken, muss korrodierte Stelle suchen, haun wir mal die Wand auf" (unnötig zu erwähnen, dass dies auch nix mit Versicherung zu tun hat und Vorbesitzerin üüüüberhaupt nicht gemerkt hat, dass der Wasserdruck im Bade etwa dem entspricht, was ein Dreijähriger mit einem Strohhalm hinkriegt).
Nun wallen wir fröhlich mit dem Handtuch über der Schulter seit 2 Wochen zu Familie Jabbour oder zur Tante und verwüsten halt dort das Bad.

Ich würde jammern, Wasser und Frust stehen mir bis zum Hals, jedoch angesichts der echten Hochwasserkatastrophe und der Leute, denen das jetzt gerade tatsächlich und nicht nur metaphorisch geschieht, senke ich den Kopf und übe mich in Dankbarkeit!

 Und erfreue mich an den schönen Dingen des Lebens:

Ettore Sottsass´ Valentine - behalten oder verkaufen?
Carl´s neues Ikeabett (wie konnte das passieren?) mit Brigitte-Zahlendekor aus den 70ern
willkommen Sommer: neuer Sonnenschirmbezug (es stimmt, kriegt man selbst hin).


Sind diese geriffelten Blumenpötte nicht übrigens das fieseste, was in dieser Kategorie vorstellbar ist? Platten weg, Fassadenbegrünung, Holzsteg zum Haus  - das muss nun noch ein Bisschen warten, aber Vorfreude ist ja auch etwas.
In diesem Sinne, eure Anja

Donnerstag, 9. Mai 2013

New vintage home

Tadaa, melde mich von neuem Standort, denn Familie Pabst ist mit all dem entsetzlichen Gerümpel umgezogen.

Wir fühlen uns richtig wohl hier, obwohl es ein Bisschen so ist wie in einer dieser verrückten Ferienwohnungen, bei deren Anblick man denkt: na ja, wir wollten ja die meiste Zeit draußen verbringen...

Die letzten Tage habe ich mich vor dem Weiterrenovieren gedrückt und versucht, Struktur in die Kartonstapel zu bringen. Tatsache ist, dass die Hälfte weg kann, wenn wir mal ehrlich sind. Und ich hatte mich für die große Aussortiererin gehalten, pffft.

Ein paar Bilder gefällig?

Blick aus dem Küchenfenster in den Garten, die Friedhofsbegrünung wird demnächst auf den Mann mit der Motorsäge treffen, und dann pflanz ich einen Apfelbaum!

Mein nächstes Opfer: Regal weg, Kartons auspacken, Fliesenboden adé, Raufaser runter, und die saunagetäfelte Decke zeig ich euch erst gar nicht

Impressionen aus dem oberen Flur; diese Täfelung bleibt und wird weiß lackiert, der Teppich darf auch noch etwas verweilen, da er 60er-Jahre-grün und kuschelig ist (darunter ist Holz, Belohnung für später)

Diesen Raum kennt ihr schon vom letzten Post, neuer Boden kommt noch, ein Bett will Carl nicht, da man dann nicht mehr mit Karacho auf die Matratze springen kann (Ich will aber ein Heide Stapelbett, mal sehen, wer gewinnt)



Rock on: Papas Traum auf dem Dachboden mit Plattenspieler, Vinylplatten und einem Erbstück von Oma und Opa
...neulich in der Jugendherberge. das tonnenschwere Bett wird erst aufgebaut, wenn das Geraffel von Wand, Decke und Boden verschwunden ist. Man beachte die Fadenlampe, ein Spektakel!

Ich wünsch euch noch einen prima Feiertag und geh mal noch ein paar Kartons hin- und herschieben

Mittwoch, 3. April 2013

und die Suche geht weiter

Natürlich lässt die Katze auch während des Immobilientralala das Mausen nicht. Hier die "Mäuse" der Woche:

Dänisches Schweinderl, hab einen Rüssel für Spardosen

jaha, das Aalto Teelicht stand auch beim Trödler

Jie Gantofta geht immer, bei der schönen Form!



keine Feier ohne Reiher

Wo ist denn nur....?

...fraupabst geblieben?

Rechtstkräftig verurteilt wegen Blogschlamperei melde ich mich reumütig auf dieser Plattform zurück. Der Grund für mein Stillschweigen ist, dass wir uns in den vergangenen Wochen mit dem - teils erfreulichen und auch rationalen, teils als hirnrissig und nervenzerfetzend empfundenen - Projekt befasst haben, Hausbesitzer zu werden.

Nachdem wir nun zwölf geschlagenen Jahre in unserem Zwergenhäuschen verbracht haben, ist der Sohni mittlerweile quasi aus seinem Zimmer, das er auch noch mit dem Familienkleiderschrank teilen muss, herausgewachsen - zumindest kamen aus dieser Ecke deutlich vernehmbare Unmutsbekundungen.

So ein bisschen haben wir immer nach etwas Eigenem gespäht, aber wir wollten unbedingt in der Altstadt bleiben, und da ist der Markt nun mal begrenzt. Viele Immobilien werden in der Nachbarschaft weitergereicht, das meiste grasen die kreisenden Immobiliengeier ab, die seit der Verkündigung des Umbaus des Unteren Schlosses in einen Universitätscampus Dollarzeichen in den Augen haben.
Wenn man am wenigsten damit rechnet, passierts ja dann meist, und so erfuhren wir per Zufall, dass eine Bekannte zwei Straßen höher von ihrem Häuschen in eine Wohnung umziehen will und zu diesem Zwecke selbiges zu veräußern gedenkt - Auftritt Familie Pabst!

Mit ein paar Sympathiepunkten Vorsprung bekamen wir den Zuschlag und seitdem schwirren hier nur noch exorbitante Summen und Baustaub durch die Luft, und ich habe eines bislang gelernt: ein Zahnarztbesuch ist einer Hausfinanzierung durchaus vorzuziehen, treffender ist noch der Vergleich mit dem Gynäkologen, da muss man sich auch nackig machen... bäh! Mein Sohn bekommt von mir jedenfalls eher das O.k., einen Schmugglerring zu leiten, als eine Banklehre zu machen. Sorry Banker, dass habt ihr euren Kollegen zu verdanken.

Wenn ein Typ, der halb so alt und halb so groß ist wie mein Mann den Versuch macht, trotzdem von oben herab mit uns zu sprechen und dann noch der Ansicht ist, man habe dankbar zu sein, sein kaum konkurrenzfähiges, zähneknirschend erstelltes Angebot anzunehmen, dann möchte ich persönlich ihm einfach gerne etwas mitgeben, über das er auf dem Weg ins Krankenhaus nachdenken kann. Merke: Niedrigzinsphasen senken des Kassenangestellten Arbeitsmoral!

Aber es geht auch anders, und gefühlte 100.000 Unterschriften später sieht es nun so aus, dass Ende des Monats Ende mit der Schlossergasse ist.

So kam das alles, und ich werde in der kommenden Zeit ein wenig von unseren Hausverschönerungsversuchen berichten und euch die hoffentlich gelungen Ergebnisse präsentieren. Mangels überquellenden Reichtums sind für´s Erste sicher ein paar Kompromisse zu machen, aber es gibt ja hier einen nicht ganz kleinen Fundus von zeitgenössischen Wohnaccessoires, die einem Häuslein von 1959 sicher gut zu Gesicht stehen!

aller Anfang ist das Ende der Täfelung!!!

Montag, 28. Januar 2013

was zu viel ist, ist zu viel

Ausmisten macht Spaß, befreit und schafft Platz für Neues. Ich habe beschlossen, vom Graziela Geschirr nur noch zu behalten, was wir wirklich benutzen, deshalb hinfort mit den Doubletten:

Zur Verfügung stehen folgende Teile, alles Specials und 70er Jahre Brigitte Extra Modelle in neuwertigem Zustand, das Dekor ist einwandfrei, lediglich die Kaffeekanne hat Dekorfehler bei den Äpfelchen und Marienkäfern:

1) großer Milchkrug mit Eisenbahndekor, feuerfest (49,-€)
2) Zucker- bzw. Marmeladendose mit Deckel, ebenfalls Eisenbahndekor ***WEG***



3) Eierbecher  Eisenbahndekor ***WEG***
4) Eierbecher Bauernhofdekor (15,- €)
5) Tasse mit Untertasse Gastronomieausführung ***WEG***



6) ultraselten: Kochtopf mit Stiel und Deckel Eisenbahndekor, natürlich auch feuerfest ***WEG***




7) Kaffeekanne mit Deckel, Zahlendekor, feuerfest, herstellungsbedingte Dekorfehler bei den Äpfelchen und Marienkäfern ***WEG***







 Ihr könnt entweder einen Kommentar posten, wenn euch davon etwas interessiert, oder ihr schickt mir eine Mail auf druckfehler@gmx.de.

fröhliches Tauwetter wünscht euch
Anja